Die Frage um Bio- Zertifikate und deren Nutzen ist nach wie vor aktuell.

  • Welchen Zertifikaten können wir trauen und wie viel Bio steckt wirklich in den Produkten?
  • Ist ein Produkt nicht mehr Bio, weil kein Zertifikat auf der Packung ist?
  • Warum haben wir Bio- zertifizierte und nicht zertifizierte Ware?

Was hinter diesen Fragen steckt, klären wir in diesem Blog.

Nutzen der Bio- Zertifizierung 

Bio- zertifizierte Ware ist vor allem dann von Nutzen, wenn Konsument*innen mit dem ersten Blick auf das Produkt sicher gehen wollen, dass alle Zutaten auf biologische Art und Weise angebaut wurden, egal aus welchem Land sie stammen.

Die Begriffe „Bio“ und „Öko“ sind hierfür geschützt. Oft werden Produkte mit Bio- Siegeln besser vermarktet und erzielen somit einen höheren Gewinn. Jedoch gibt es mehrere Siegel mit unterschiedlich strengen Richtlinien.

Die offiziellen Ziele der EU-Bio- Politik sind ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen, der Erhalt der biologischen Vielfalt, die Wahrung des ökologischen Gleichgewichts in den Regionen, die Bodenfruchtbarkeit und der Erhalt der Wasserqualität.

Biologischer Anbau der Produkte für Kallari Futuro

Chakras: nachhaltige Produktion mit Tradition

Die offiziellen Richtlinien der EU-Bio- Politik erfüllen die Kleinbauernfamilien in Ecuador seit Jahrhunderten grundsätzlich. Die Pflanzen für unsere Produkte werden in den Chakras, Waldgärten, verschiedenster Kleinbauernfamilien, die meistens Kichwa Indigene sind, angebaut. 

Dort wachsen Kakaobäume, Guayusa Sträucher und Orchideen, an denen die Vanilleschoten wachsen, zusammen mit Zitronengras, Chilipflanzen, Zitrusbäumen, Bananenstauden u.v.m. 

Durch diese Vielfalt an Pflanzen, die unterschiedliche Bedürfnisse haben, weisen die Bodenschichten genügend Nährstoffe auf und können somit alle Pflanzen versorgen, wodurch die Zugabe von Düngemitteln nicht notwendig ist. 

Durch den Anbau in Mischkulturen bleiben die Pflanzen außerdem gesund und sind weniger anfällig für Krankheiten und Pilzbefall. Somit ist eine Behandlung durch Pestizide nicht notwendig. In den Chakras werden die Pflanzen zudem jeden Tag umsorgt. 

Diese Anbauweise ist von großer Bedeutung für die Indigenen aus dem Amazonas, da sie ihre Lebensgrundlage garantiert und die Pflanzen Teil ihrer Kulturen und Traditionen sind.  Sie sind demnach auf die Mischkulturen in den Chakras und somit einem biologisch wertvollen Anbau angewiesen.

Außerdem bauen die Kleinbauernfamilien heutzutage ihre Pflanzen für ihre Kooperativen an, um sich ein Einkommen und somit einen Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen zu schaffen.

Die garantierte Abnahme und faire Bezahlung durch die Kooperativen sichern ihnen zudem die finanziellen Mittel, die sie für die aufwendige Pflege der Pflanzen, wie die empfindlichen Kakaobäume, brauchen, um somit eine bestmögliche Qualität der Produkte zu garantieren.

Fairtrade und von Natur aus biologischer Anbau sind demnach ein Kreislauf.

Weiterverarbeitung der Bio- Produkte

Damit unsere Produkte, wie der Guayusa Tee der Marke „Etza“ und unsere Kallari Schokolade mit dem Bio-Siegel vermarktet werden können, muss jede einzelne Zutat zertifiziert sein. Somit müssen bestimmte Daten über die Zutaten bei den Kleinbauernfamilien erfasst werden, um diese an die von der EU anerkannten Kontrollstelle in Ecuador weiterzugeben.

Der stark bürokratische Prozess, wie beispielsweise die Erfassung von Daten in den Gemeinden, die weit voneinander entfernt liegen, bedeutet einen hohen Aufwand und hohe Ausgaben für die Kooperativen. 

Da die Kooperativen ihre Produkte größtenteils selbst weiterverarbeiten, müssen jegliche Produktionseinrichtungen für die Weiterverarbeitung von Guayusa, Vanille und Kakao ebenfalls zertifiziert werden. Somit muss jede*r Akteur*in in der Wertschöpfungskette eine Bio- Zertifizierung aufweisen. 

organic-Schokolade-(Kallari)
Guayusa-ETZA

Schwierigkeiten bei der Bio- Zertifizierung

Die Bio- Zertifikate werden lediglich für ein Jahr ausgestellt, was bedeutet, dass jährlich eine Kontrolle, sprich Bio- Audit, stattfindet. Bei jeglichen Abweichungen von Daten kommt es zu Verzögerungen in der Beantragung des Zertifikats, welche einen unverhältnismäßig erhöhten Kostenaufwand und Verluste für die Kooperativen darstellen.

Dieser Kostenaufwand fehlt den Kooperativen schlussendlich, um in andere notwendige Angelegenheiten, wie beispielsweise in verbesserte Technik oder höhere Gehälter der Mitarbeitenden und Produzent*innen zu investieren.

Außerdem kann es vorkommen, dass Ware, die unter einem gültigen Bio- Zertifikat produziert wurde, nicht als solche nach Deutschland eingeführt werden kann, wenn sie außerhalb der Gültigkeit des Zertifikats geliefert wird, was natürlich nicht die vorangegangene Anbauweise und Weiterverarbeitung der Produkte verändert. Durch diese Bürokratie könnte eine komplette Lieferung, die als Bio- Ware geplant war, nicht als solche verkauft werden.

Wir bei Kallari Futuro setzen uns jedoch dafür ein, dass die Ware trotzdem zum gleichen Preis geliefert werden kann, und zwar als nicht Bio- zertifizierte Ware, die, wie wir wissen, dennoch ökologisch angebaut wurde. Deshalb vermarkten wir eine solche Lieferung an Guayusa- Tee unter unserer Marke „Napumarka“.

Die garantierte Abnahme leisten nicht nur die Kooperativen gegenüber den Kleinbauernfamilien, sondern auch wir gegenüber den Kooperativen. Nur so kann eine langfristige und wirklich nachhaltige Zusammenarbeit funktionieren.

Guayusa

Würden wir auf unsere bestellte Bio- zertifizierte Ware bestehen, würden mehrere hundert Kilo aufwendig produzierter und hoch qualitativer Lebensmittel aufgrund der Bürokratie der Bio- Zertifizierung verschwendet werden.

Schlussfolgerung

  • Wo Bio drauf steht, muss Bio drin sein, wobei es jedoch unterschiedlich strenge Richtlinien gibt.
  • Wo Bio drin ist, muss nicht unbedingt Bio drauf stehen und ist zudem oftmals biologischer als erwartet.
  • Um die Bio- Qualität der Produkte zu garantieren, müssen bei uns nicht nur die Standards zum Anbau befolgt werden, sondern auch die Produzent*innen fair bezahlt werden, damit diese die Produkte weiterhin unter den Voraussetzungen, die ihnen die Natur bietet, anbauen können.

Für uns ist es wertvoller, so transparent wir möglich zu sein und unsere Anbaubedingungen zu veröffentlichen und unsere Produkte dadurch zu vermarkten, als unter Zertifikaten durch die ein wichtiger finanzieller Teil der Wertschöpfungskette in Ecuador verloren geht und an die Kontrollstellen geht.

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