Ecuador ist das weltweit größte Exportland an Edelkakao, auch Fine Flavour oder Aroma Cocoa genannt. Der Edelkakao hebt sich sowohl durch seine Qualität als auch durch seinen Geschmack deutlich vom herkömmlichen Konsumkakao ab.

Der Edelkakaoanbau in Ecuador ist für die ländliche Bevölkerung sehr wichtig, spielt jedoch durch die produzierte Menge im weltweiten Vergleich der Kakaoproduktion eine eher untergeordnete Rolle. Die größte Menge an Kakao, das bedeutet 75% der Gesamtproduktion weltweit, wird in Ländern Afrikas, wie Ghana oder der Elfenbeinküste produziert.

Kakaofrüchte

Auf dem amerikanischen Kontinent werden lediglich 17% der weltweiten Menge produziert. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass zum Beispiel im Erntejahr 2018 zwei Millionen Tonnen in der Elfenbeinküste, 900.000 Tonnen in Ghana und 270.000 Tonnen Kakao in Ecuador produziert wurden. Daraus ergibt sich ein Marktanteil Ecuadors an der Kakaoproduktion im weltweiten Vergleich von ca. 5%. Trotzdem ist Ecuador in den letzten Jahren zum viertgrößten Kakaoexporteur geworden. Aufgrund der angegebenen Zahlen wird deutlich, dass Edelkakao ein Nischenmarkt ist. Dieser wird durch 17 verschiedene Länder Süd- und Zentralamerikas, der Karibik und Südostasiens abgedeckt. Dabei liegt Ecuador mit 60% Anteil am Edelkakaomarkt an der Spitze. Indonesien folgt mit 10%, Papua-Neuguinea und Kolumbien mit 7%.

Wie unterscheidet sich Edelkakao von Konsumkakao?

Der große Unterschied zwischen Edelkakao und herkömmlichen Kakao ist die Qualität der Kakaobohnen. Eine große Herausforderung für die Produktion von Edelkakao ist die hohe Krankheitsanfälligkeit der Edelkakaopflanzen. Resistentere Kakaopflanzen, deren Kakaobohnen von geringerer Qualität sind, finden daher eine weite Verbreitung. Weltweit gibt es hunderte verschiedene Kakaosorten. Sie werden in vier verschiedene Hauptsorten unterteilt: „Criollo“, „Forastero“, „Trinitario“ und „Nacional“. Zu der Sorte „Criollo“ zählen die teuersten und edelsten Kakaobohnen weltweit.

Der große Unterschied zwischen Edelkakao und herkömmlichen Kakao ist die Qualität der Kakaobohnen. Eine große Herausforderung für die Produktion von Edelkakao ist die hohe Krankheitsanfälligkeit der Edelkakaopflanzen. Resistentere Kakaopflanzen, deren Kakaobohnen von geringerer Qualität sind, finden daher eine weite Verbreitung. Weltweit gibt es hunderte verschiedene Kakaosorten. Sie werden in vier verschiedene Hauptsorten unterteilt: „Criollo“, „Forastero“, „Trinitario“ und „Nacional“. Zu der Sorte „Criollo“ zählen die teuersten und edelsten Kakaobohnen weltweit. 

Die Kakaobohnen der Sorte „Forastero“ hingegen haben weniger Aromen und sind von geringerer Qualität, jedoch deutlich robuster. So gilt diese Sorte als Konsumkakao und wird heutzutage vor allem in Ländern Afrikas und Asiens angebaut, wo sie 80% der weltweiten Anbauflächen umfasst. „Trinitario“ ist eine Kreuzung aus „Criollo“ und „Forastero“, mit dem Ziel die Edelkakaosorte resistenter zu machen, jedoch nicht die komplette Qualität zu verlieren. In Ecuador wird eine solche Sorte mit Namen „CCN-51 (Collection Castro Naranja  51)“ angebaut. Sie weist besonders große Kakaoschoten auf und ist dadurch sehr ertragreich. Diese Kreuzung droht die alte Sorte „Nacional“ zu verdrängen. 

Die Sorte „Nacional“ wird von einigen Forschern als die edelste Untersorte der Sorte „Forastero“ bezeichnet. Andere Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die Sorte „Nacional“ eine endemische Edelkakaosorte ist, die ausschließlich in Ecuador vorkommt.

Sie wird deshalb laut letzten Forschungen weder der Sorte „Criollo“ noch „Forastero“ zugeordnet. Sie besticht durch ihr einzigartiges, blumiges Aroma und ihren Geschmack, weshalb sie für besonders gute Schokoladen verwendet wird.

Kakaobohnen-aus-dem-Amazonas-„Chakras“

Die Aufrechterhaltung des jahrhundertelangen Anbaus der Edelkakaosorte „Nacional“ ist für die Natur und die indigene Bevölkerung Ecuadors von enormer Bedeutung. Diese im Amazonasgebiet ursprünglich wachsenden Kakaofrüchte und –bohnen haben für die Einwohner eine bedeutende Heilkraft und dienen den Familien der Indigenen als Nahrungsquelle. Schon vor Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden wurden nicht nur die Kakaobohnen, sondern auch das Fruchtfleisch der Kakaofrucht konsumiert. Aus diesem wurde ein fruchtiges Getränk oder Alkohol hergestellt. Auch Raquel kann davon berichten, dass das Fruchtfleisch, das sie als Kind so gerne genossen hat, super lecker schmeckt. Der Geschmack kann mit dem von frischen Litschis verglichen werden.

Was geschieht mit den Kakaobohnen nach der Ernte?

Die Kakaobohnen werden nach der Ernte fermentiert, getrocknet und anschließend für den Weitertransport in große Säcke verpackt. Hier beginnt die lange Wertschöpfungskette der Kakaobohnen und damit auch die Abhängigkeit der meisten Kleinbauer*innen von Zwischenhändlern, die den Preis für ein Kilo Kakaobohnen bestimmen, den sie vom stark schwankenden Weltmarktpreis abhängig machen. Obwohl der Weltmarktpreis von Edelkakaobohnen höher ist als der des Konsumkakaos, profitieren die Kleinbauer*innen oft überhaupt nicht von dem höheren Preis, da größtenteils die Exporteure den Aufpreis erhalten. 

Weitere Akteure der Wertschöpfungskette und der Weiterverarbeitung des Kakaos sind regionale Händler, Importeure, Rohstoffhändler, Fabriken und Großhändler. Der überwiegende Teil des Preises des Endprodukts, wie z.B. der Schokolade, die der Endkunde kauft, verbleibt somit beim Handel und den Herstellern des Endprodukts. Bei den Produzent*innen der Kakaobohnen kommt, wenn überhaupt, nur ein sehr geringer Teil des Geldes an, dass der Kunde an der Ladenkasse bezahlt. Dadurch geraten in den Kakaoanbauländern viele Produzenten in Armut und es kommt zu Kinder- und Zwangsarbeit. 

Nur durch den Zusammenschluss mehrerer Kleinbauernfamilien in Organisationen oder Kooperativen für eine bessere Direktvermarktung und eventuell Weiterverarbeitung des Kakaos können Zwischenhändler übersprungen und ein höherer Kakaopreis für die Familien der Kakaobauern*innen erzielt werden.

Welche Bedeutung hat die Kooperative Kallari?

Alternativen zur üblichen Handelskette und dadurch zu besseren Preisen für den Rohkakao sind neben Fairtrade-Siegeln direkte Kontakte zu Schokoladenherstellern in Europa, um ihnen die Kakaobohnen ohne jegliche Zwischen- und Großhändler zu verkaufen. Die Kooperative Kallari, die ein Zusammenschluss aus mehreren Kleinbauernfamilien in Ecuador ist, geht jedoch noch einen Schritt weiter und stellt seit 2005 unter ihren eigenen Marken, „Kallari“ und „Sacha“ ihre eigene verkaufsfertige Schokolade her.

kallarie

Die Weiterverarbeitung der Kakaobohnen im eigenen Land bereitet den Produzent*innen den Weg zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Das bedeutet, dass sie sich neben dem Kakaoanbau wichtiges Know-How rund um dessen Verarbeitung, die Schokoladenherstellung und kaufmännische Kompetenzen aneignen. Sie werden also gleichzeitig zu Unternehmern mit viel umfassenderen Aufgaben als zuvor.

Zudem können mehr Arbeitsplätze geschaffen und höhere Gewinne erzielt werden als lediglich durch den Kakaoanbau und den Verkauf des Rohstoffs Kakaobohnen. Zudem haben die Kleinbauer*innen durch das höhere Einkommen und ohne den Druck der Zwischenhändler nun die Möglichkeit, ihren Kakao entsprechend den Bio- und Fairtrade-Prinzipien ökologisch anzubauen und somit die umgebende Natur und Biodiversität der Anbauregionen zu schützen.

Der Mehrwert dieser am fairsten produzierten Art hochqualitativer Schokolade kommt nicht nur den Kleinbauer*innen zugute, sondern verhilft auch dem jeweiligen Land, nicht nur als ein Land angesehen zu werden, das nur Rohstoffe exportiert, sondern als eines, das durch nachhaltigen Anbau und Innovationen aufstrebt.

Kallarie
Kallarie
kallarie

Wie rechtfertigt die Kooperative Kallari die Preise ihrer Schokoladen?

Zunächst ist wichtig zu erwähnen, dass die Vermarktung fertiger Schokolade viel aufwändiger ist, als der Verkauf des Rohstoffes Kakaobohne. Um qualitativ hochwertige Schokolade herstellen zu können, bedarf es zunächst vieles Wissens rund um Kakaoanbau, Ernte, Fermentation, Trocknung und Schokoladenherstellung, dass sich die Mitglieder*innen und Mitarbeiter*innen von Kallari aneignen mussten. Bei diesen Schritten müssen viele Details beachtet werden. Zudem muss viel Geld in die Vermarktung der fertigen Produkte, beispielsweise in eine passende Verpackung für die Schokolade mit ansprechendem Design, investiert werden, um sich von nationaler, sowie internationaler Konkurrenz abzuheben.

Kakaobohnen-aus-dem-Amazonas-„Chakras“

Der Preis rechtfertigt sich auch durch die Kakaobohnen und deren Anbau an sich in Chakras (Waldgarten), umgeben von anderen Pflanzen. Das ist ein großer Unterschied zum Anbau in Plantagen. 

Im Chakra-Anbau wird ausschließlich reiner Edelkakao für die Schokoladen verwendet. Die Kooperative Kallari garantiert dadurch den Ursprung der Kakaobohnen aus dem Amazonas und unterstützt damit die ökologische Anbauweise in „Chakras“ durch die Kleinbauer*innen. Durch die „Chakras“ schützen die Kleinbauer*innen der Kichwa-Familien die Biodiversität ihres Lebensraums und gleichzeitig wird ihre Kultur aufrechterhalten.

Die hohen Kosten des Edelkakaoanbaus lohnen sich für sie nur, da sie von der Kooperative fair bezahlt werden. Der Kakao wird frisch, also noch von Fruchtfleisch umgeben, vor Ort in den Chakras der einzelnen Familien von der Kooperative Kallari gekauft und abgeholt. Die Arbeit der Fermentation und der Trocknung bleibt den Produzenten erspart, diese Schritte werden an einer Sammelstelle vorgenommen.

So wird die Kontrolle der Produktion und die Qualität der Bohnen sichergestellt. Die Familien verdienen umgerechnet ca. 2,90 Dollar pro Kilo getrocknetem Kakao und sind unabhängig von Schwankungen der Kakaopreise auf dem Weltmarkt. Gewinne die die Kooperative erzielt werden in Fortbildungen und Schulungen der Mitglieder sowie in die Mitarbeiter und die Infrastruktur der Kooperative investiert.

schokoladen
Tafeln-Schokolade
Kallarie

Außerdem ist die Erntemenge der Edelkakaosorten je Hektar auf Grund des ökologischen und extensiven Anbaus in traditioneller Mischkultur mit z.B. Fruchtbäumen in den „Chakras“ viel geringer als beim Konsumkakao z.B.in Plantagen. Durch die aufwändige Mischkultur wird jedoch erst das besondere Aroma des Edelkakaos sichergestellt. Die Kooperative Kallari produziert aktuell 120 Tausend Tafeln Schokolade wofür sie lediglich 5% der gesamten Kakaoproduktion ihrer Mitglieder von 140 Tonnen im Jahr verwenden kann. Die restlichen Edelkakaobohnen werden direkt an Abnehmer zur Weiterverarbeitung in der Schweiz und Canada verkauft. Bei steigenden Absatzmöglichkeiten ihrer Schokolade würde Kallari selbstverständlich gerne mehr Mitarbeiter beschäftigen und mehr Schokolade in Ecuador produzieren.

Insgesamt gibt die Kooperative Kallari nicht nur dem Rohstoff Kakao einen neuen Stellenwert, sondern auch ihren Mitglieder*innen und Mitarbeitern, die wahnsinnig stolz auf ihre Arbeit sind und ihre selbstproduziertes Endprodukt in der Hand halten können. Durch den Preis, den Sie als Kunden also für die Schokolade von Kallari zahlen, tragen Sie direkt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauer*innen und Angestellten der Kooperative sowie zum Schutz der Biodiversität des Amazonasurwalds und zum Erhalt von Kultur und Selbstbestimmung der indigenen Völker bei.